Sicherheit von „O…“ bis „O…“

Sicherheit von „O…“ bis „O…“

Jetzt geht sie wieder los; die Zeit der Herbstregen, nasskalten Abende und raureifrutschigen Straßen. Sie alle kennen sicherlich den Merksatz
für die Winterreifenpflicht „Von Oktober bis Ostern“. Wussten Sie aber, dass die „Winterreifenpflicht“ in Deutschland eine „situative Vorschrift“ ist? Das bedeutet, dass Sie Ihre Reifen nicht grundsätzlich auf Winterreifen umrüsten müssen, sondern nur dann, wenn Sie bei winterlichen Straßenverhältnissen (Eis, Reif, Schneeglätte oder Schneematsch) mit Ihrem Fahrzeug am Straßenverkehr teilnehmen!
Seit Mai dieses Jahres haben sich aber für den KFZ-Besitzer Änderungen in den straßenverkehrsrechtlichen Vorschriften zur „situativen Winterreifenpflicht“ ergeben.

Hersteller wintertauglicher Fahrzeugreifen müssen ab dem 01.01.2018 ihre wintertaugliche Reifen mit dem Schneeflocken-Symbol (3PMFS/ Alpine-Symbol/ Berg-Piktogramm mit Schneeflocke) kennzeichnen. Die vielen KFZ-Besitzern bekannten Reifen mit der Reifenkennzeichnung M+S (Matsch + Schnee) sind nicht wintertauglich!

Viele Reifenhersteller bieten besondere Reifen für den Fahrzeugbereich SUV/4×4/Offroad an. Diese werden größtenteils mit den Fahrzeugen in die USA exportiert. Diese Bereifung trägt nur die M+S Kennzeichnung. Aus technischer Sicht können jedoch diese Reifen nicht als wintertauglich angesehen werden!

Sind Ihnen im Autoteile-Geschäft eigentlich schon mal die preiswerten und zumeist ohne Markennamen angebotenen Sommerreifen mit M+S Kennzeichnung aufgefallen?
Die Fachleute raten vom Kauf solcher Reifen ab, denn diese Reifen weisen ebenfalls keine ausreichenden Eigenschaften für den Betrieb auf winterlichen Fahrbahnen auf. Werden solche Reifen auf Kundenwunsch dennoch zur Wintersaison auf Fahrzeugen montiert, sollte der Fachbetrieb den Fahrzeugbesitzer darauf hinweisen, dass derartige Reifen aufgrund der
M + S-Kennzeichnung formal den gesetzlichen Vorschriften genügen, aber technisch gesehen, es keine wintertaugliche Reifen sind.

Eine weitere Änderung ergibt sich für die Verwendung von Winterreifen auf Nutzfahrzeugen. Busse mit mehr als acht Sitzplätzen sowie Nutzfahrzeuge über 3,5 t zulässige Gesamtmasse sind mindestens auf den permanent angetriebenen Achsen mit Winterreifen auszurüsten, ab dem 01. Juli 2020 gilt dieses auch für die vorderen Lenkachsen dieser Fahrzeuge.

Hinsichtlich der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestprofiltiefe hat sich keine Änderung ergeben – diese beträgt weiterhin 1,6 mm. Wir empfehlen jedoch zur Sicherstellung von entsprechenden Eigenschaften eine Profiltiefe von mindestens 4 mm zum Zeitpunkt der Montage im Herbstbereich. Auch hier gilt, dass von einem Fachbetrieb verlangt werden kann, dass dieser den Kunden auf eine entsprechende geringe Profiltiefe (auch oberhalb der gesetzlichen Mindestprofiltiefe) hinweisen sollte.

Insbesondere für größere Fahrzeugflotten ist für den Verbraucher wichtig, dass nicht nur, wie bisher, der Fahrzeugführer sondern auch der Fahrzeughalter verantwortlich ist.